Das Gefühl für Stimmungen am Markt und eine ungetrübte Sicht auf die aktuelle Börsensituation sind dass, was jetzt kein Börsenprogramm leisten kann, sondern nur man selbst. Ich bin weiterhin nur mit Index-KnockOut-Zertifikate-Trading unterwegs, da hier hohe Hebel ohne extreme Spreads möglich sind. Auswertungen mit fundamentalen Ansätzen wie KUV, KGV oder anderen gar Dividendenrenditen bringen zur Zeit praktisch nichts, da niemand die sich gegenseitig verstärkenden Auswirkungen der Finanzkrise/Kreditklemme vorhersehen kann. Gewinnschätzungen werden so wie bei Toyota, Daimler, Commerzbank, Intel, Microsoft gesehen innerhalb von Wochen nur noch Kaffeesatz.
Intel hatte noch im Oktober seine Umsatz/Gewinnprognosen bestätigt, um nur 4 Wochen später seine eigenen Prognosen um 23% zu rasieren. Dies zeugt entweder von ungeheurem Missmanagement oder einem tatsächlich dramatischen weltweiten Geschäftsverlauf für Intel im November/Dezember. Auch wenn die Börsen noch versuchen eine optimistische Wende vorherzusehen, wird die Dramatik der nun kommenden Entwicklungen noch weitgehend unterschätzt. Sie wird dabei genauso unterschätzt, wie die Finanzkrise mit noch steigenden Börsenkursen im März-Juni oder Juli-August letzten Jahres.
Die Absurdität insb. der deutschen Anleger zeigte sich in der DAX-Entwicklung am Freitag. Hier wurden die 0,5 MIO! gemeldeten neuen Arbeitslosen in den USA tatsächlich zunächst als positiv interpretiert bis zum Beginn des US-Handels, weil ca. 0,025 MIO weniger Arbeitslose als geschätzt gemeldet worden sind. Tolle Logik, die so innerhalb von 30 Minuten mit einer Kursbewegung von 3% im DAX geradezu rasiert worden ist. In den USA haben wir somit bereits 2,6Mio Arbeitslose mehr und können hier immer noch von geschönten Zahlen ausgehen, da das Net Birth/Death Model weiterhin geschätzte Neuschaffungen von Arbeitsplätzen einrechnet z.B. von +53.000 neuen vermuteten Arbeitsplätzen bei den Finanzdienstleistern. Ich denke es gibt nichts wahrscheinlicheres als diese Statistiken.
Bezugnehmend auf die Problempyramide des letzten Blogeintrages ergibt sich damit folgendes problematisches Bild mit News aus den letzten beiden Wochen:

Wie geschrieben hilft in der aktuellen Phase keine Börsenprogramm, kein Depotmanagementtool, kein Fondmanager, um seine Risiken zu verkleinern. Kapital konservativ in sicheren Anlagen zurückhalten und an der Börse max. Spielen scheint das Gebot der Stunde. Investieren erscheint mir persönlich unmöglich, da Vorhersagen eigentlich nur sinnlose oder gar nutzlose Aussagen zu sein scheinen. Die Zunft der Kapitalmarktexperten oder gar Analysten hat sich dabei die letzten Monate beinahe vollständig disqualifiziert. Hier kam keine einzige noch heute gültige Aussage. Ich sehe hier eigentlich nur den Entwicklungen hinterherlaufende Schafherde.
Mein Musterdepot werde ich aus Lerngründen weiterhin auch mit den Kleinstbeträgen „füllen“. Wenigstens ein Lerneffekt soll es am Ende doch gehabt haben.
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