Montag, 13. April 2009

Update April 2009 - Rallye 2009

Alle großen Indizes haben eine beeindruckende Rallye hingelegt seit dem 09.03.2009:
  • DAX: +25%
  • TecDAX: +33%
  • DOW-Jones: +25%
  • Nasdaq: +28%
Hintergrund der aktuellen Rallye ist die trügerische Hoffnung einer baldigen Konjunkturerholung. Anzeichen hierfür wurden vor allem in angekündigten Quartals-Gewinnen bei Wells-Fegro und GS gesehen. Die Rallye wird somit maßgeblich durch Banktitel angeführt. Das hier oftmals nur Aussagen über mögliche Gewinne vor Abschreibungen und Steuern vorliegen, wird herbei gerne übersehen.

Meine Grundüberlegungen einer Problempyramide haben weiterhin Bestand. Eine Aktualisierung dieser Pyramide zum aktuellen Zeitpunkt zeigt dabei eindeutig eine weitere Verschlimmerung, als eine Besserung. Es ist kein grundlegendes Problem gelöst noch grundlegend angegangen. Im Gegenteil die Kreditblase wird mit Kredit befeuert. Die Aktienmarktrallye ist für mich damit eine Hoffnungsrallye, die nach derzeitigem Stand scheitern wird. Dennoch sollte man hier auch nicht unnötig die Augen schließen, sondern diese Bärenmarkt-Rallyes spielen. 25% in 4 Wochen sind eine unglaubliche und beinahe historische Kursentwicklung gewesen. An den Aktienmärkten ging es somit, wie so oft, um Stimmungen und Hoffnungen und nicht um eine Spiegelung der vergangenen Wirtschaftsentwicklung. Die entscheidende Frage ist somit, ob ein realwirtschaftlicher Umschwung jetzt bereits möglich ist.

"Der monatliche Bericht von Freitag für März 2009 zum US-Bundeshaushalt (Monthly Treasury Statement), zeigt ein regelrecht explodierendes Staatshaushaltsdefizit an.
  • Ausgaben schossen in den ersten 6 Monaten des Fiskaljahres 2009 um +33,4% in die Höhe auf 1,946632 Billionen Dollar,
  • während die Steuereinnahmen um -32,18% auf 0,989834 Billionen Dollar einbrachen, nach 1,45968 Billionen Dollar in den ersten 6 Monaten im Fiskaljahr 2008!
  • Die Unternehmenssteuereinnahmen brachen von 129,5 Mrd. Dollar in den ersten 6 Monaten 2008 auf nur noch 56,2 Mrd. Dollar im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2009 weg. Dies wirft ein besonders düsteres Bild auf die Wirtschaftslage in den USA.
  • Aber auch die Einnahmen aus der Einkommenssteuer brachen um beachtliche -15% weg, von 503,5 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum auf 429,7 Mrd. Dollar! Die Zahlen zeigen so sehr eindrucksvoll, dass die US-Arbeitslosenzahlen hoffnungslos geschönt sind und nichts mit der Realität zu tun haben. Eine wegbrechende Einkommenssteuer von -15% in 6 Monaten und ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen um ca. +3% im selben Zeitraum passen für mich nicht zusammen.
  • Die gesamtstaatliche explizite (heute zahlungswirksame) Staatsverschuldung markiert per 09.04.2009 mit gewaltigen 11,169 Billionen Dollar einen neuen Rekord! Ein brachialer Anstieg in den letzten 6 Monaten von 1,1459 Billionen Dollar! 1975 lag die explizite Staatsverschuldung bei 533 Mrd. Dollar, eine Exponentialfunktion bei der US-Staatsverschuldung vom Allerfeinsten.
  • Laut offiziellen Daten der US-Notenbank (FED) zum 4. Quartal 2008 beträgt die Gesamtverschuldung von Staat (explizit), privaten Haushalten, Unternehmen inkl. Finanzsektor in den USA gewaltige 52,5927 Billionen Dollar bzw. 370,4% des Bruttoinlandsproduktes.
Auch wenn die Aktienmärkte eine Erholung suggerieren und eine Entwarnung beim Bankensystem spielen, befeuert von einzigartigen Liquiditätsprogrammen, Nothilfen und Kreditgarantien durch den Staat und die Notenbank - die Abwärtsspirale der Realwirtschaft ist noch ungebrochen."

Quelle: http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/




Sonntag, 11. Januar 2009

Update Januar 2009

Mein Tradingdepot ist mittlerweile nur noch ein Spieldepot mit einigen hundert Euro Kapital um einige Ideen weiter auszuprobieren. Ich sehe zur Zeit auch keine Notwendigkeit die Investitionsquote zu erhöhen. Money-Management heißt in diesen Zeiten auch zu realisieren, dass man bei diesen extremen Volatilitäten trotz Chartanalyse, diversen Börsentools, Filtersystemen, dynamischen Kurslisten in der Hauptsache das Geld zusammenhalten sollte und man die Zeit mit kleinem Spielgeld nutzen kann, um in diesen extrem Phasen zu lernen, zu lernen und nochmals zu lernen.

Das Gefühl für Stimmungen am Markt und eine ungetrübte Sicht auf die aktuelle Börsensituation sind dass, was jetzt kein Börsenprogramm leisten kann, sondern nur man selbst. Ich bin weiterhin nur mit Index-KnockOut-Zertifikate-Trading unterwegs, da hier hohe Hebel ohne extreme Spreads möglich sind. Auswertungen mit fundamentalen Ansätzen wie KUV, KGV oder anderen gar Dividendenrenditen bringen zur Zeit praktisch nichts, da niemand die sich gegenseitig verstärkenden Auswirkungen der Finanzkrise/Kreditklemme vorhersehen kann. Gewinnschätzungen werden so wie bei Toyota, Daimler, Commerzbank, Intel, Microsoft gesehen innerhalb von Wochen nur noch Kaffeesatz.

Intel hatte noch im Oktober seine Umsatz/Gewinnprognosen bestätigt, um nur 4 Wochen später seine eigenen Prognosen um 23% zu rasieren. Dies zeugt entweder von ungeheurem Missmanagement oder einem tatsächlich dramatischen weltweiten Geschäftsverlauf für Intel im November/Dezember. Auch wenn die Börsen noch versuchen eine optimistische Wende vorherzusehen, wird die Dramatik der nun kommenden Entwicklungen noch weitgehend unterschätzt. Sie wird dabei genauso unterschätzt, wie die Finanzkrise mit noch steigenden Börsenkursen im März-Juni oder Juli-August letzten Jahres.

Die Absurdität insb. der deutschen Anleger zeigte sich in der DAX-Entwicklung am Freitag. Hier wurden die 0,5 MIO! gemeldeten neuen Arbeitslosen in den USA tatsächlich zunächst als positiv interpretiert bis zum Beginn des US-Handels, weil ca. 0,025 MIO weniger Arbeitslose als geschätzt gemeldet worden sind. Tolle Logik, die so innerhalb von 30 Minuten mit einer Kursbewegung von 3% im DAX geradezu rasiert worden ist. In den USA haben wir somit bereits 2,6Mio Arbeitslose mehr und können hier immer noch von geschönten Zahlen ausgehen, da das Net Birth/Death Model weiterhin geschätzte Neuschaffungen von Arbeitsplätzen einrechnet z.B. von +53.000 neuen vermuteten Arbeitsplätzen bei den Finanzdienstleistern. Ich denke es gibt nichts wahrscheinlicheres als diese Statistiken.

Bezugnehmend auf die Problempyramide des letzten Blogeintrages ergibt sich damit folgendes problematisches Bild mit News aus den letzten beiden Wochen:


Wie geschrieben hilft in der aktuellen Phase keine Börsenprogramm, kein Depotmanagementtool, kein Fondmanager, um seine Risiken zu verkleinern. Kapital konservativ in sicheren Anlagen zurückhalten und an der Börse max. Spielen scheint das Gebot der Stunde. Investieren erscheint mir persönlich unmöglich, da Vorhersagen eigentlich nur sinnlose oder gar nutzlose Aussagen zu sein scheinen. Die Zunft der Kapitalmarktexperten oder gar Analysten hat sich dabei die letzten Monate beinahe vollständig disqualifiziert. Hier kam keine einzige noch heute gültige Aussage. Ich sehe hier eigentlich nur den Entwicklungen hinterherlaufende Schafherde.

Mein Musterdepot werde ich aus Lerngründen weiterhin auch mit den Kleinstbeträgen „füllen“. Wenigstens ein Lerneffekt soll es am Ende doch gehabt haben.

Montag, 22. Dezember 2008

Abschluss 2008

Das Jahr 2008 neigt sich nun dem Ende. Es dürfte in meinem Gedächtnis eingebrannt bleiben, als ein Jahr der Extreme. Ein Jahr der extremen Volatilität, einer beispiellosen Abschreibungsserie im Bankensektor und einer einzigartigen Verlustspirale im Immobilienaktien und Immobilien selbst. Auch die Rohstoffe wie das Öl zeigten eine Schwankungsbreite von 40$ bis 145$. Zukünftige Entwicklungen können daran gemessen nur noch als normal erscheinen. Verrückt war 2008!

Die Probleme werden mittlerweile immer offenkundiger und durch deutliche Anpassungen der Gewinne auch in den Unternehmensbilanzen sichtbar. Selbst sehr solide aufgestellte Unternehmen wie Toyota müssen nun operative Verluste (ca. 1.2 Mrd. für 2008/2009) in Aussicht stellen. Dies ist einmalig in der Geschichte dieses Unternehmens, was bereits seit 1940 existiert. Die Börse verarbeitet dennoch schlechte Nachrichten zunehmend in einem Umdeutungsprozess mit der Formel: Um so schlimmer die Nachrichten, um so besser kann es eigentlich nur noch werden.

Das Problem dieser Krise ist aber, dass es keine normale Rezession ist, sondern aufbaut auf eine extreme Verschuldung insb. der USA, dessen Handlungsspielraum sich zwischen Deflation, Inflation und US$-Zusammenbruch bewegt und einer beispiellosen Kreditklemme. Die Erfahrungen der Japaner und aus der großen Wirtschaftskrise der 30er zeigt zudem, dass eine begleitende Bankenkrise eine Rezession, sowohl in der Intensivität als auch in der Zeitdauer deutlich ausdehnt. Die Hoffnung der Börse mit einem Vorlauf von 9 Monaten das Ende der Rezession jetzt bereits spielen zu können, dürften sich sehr schnell in Luft auflösen. Die Problempyramide ist nach meiner Deutung in derartig simpler Form zu beschreiben:




Sie beschreibt somit eine fundamentale Sichtweise, die zeigt, dass die Gesamtprobleme erst mit dem Finden von Antworten und Aktionen in der Basis gelöst werden können. Alles andere wird vielleicht die Schmerzen kurzfristig lindern, die Pyramide aber weiterhin nicht auf stabile Fundamente setzen können. Die Problemlösung ist daher aus meiner Sicht auch auf keinem Fall beim Konsumenten zu suchen, sondern sollte in einem Delevarage (Entschleunigung der Kreditfinanzierung) und dem zeitlich befristeten staatlichem Eingriff in das Bankensystem zum Lösen der Kreditklemme durch Zwangsvergabe von Krediten gelöst werden. Wenn der Staat für die Banken bürgt, so sollte er dessen grundlegende Aufgabe auch zwangsweise sicherstellen können. Erst dann wird es Mittelständischen- wie Großunternehmen wieder möglich sein, die Vorlauffinanzierung von Projekten und interne Refinanzierungen durch Kredite sicherzustellen wie bisher. Erst am Ende kann es um Konjunkturprogramme gehen, die nur in Einzelfällen sinnvoll erscheinen, wenn diese zeitlich strukturelle Probleme angehen wie z.B. Energieversorgung und Bildung. Deren Erfolg ist dann aber niemals kurzfristig zu finden, sondern zielt auf eine nachhaltige Lösung ab. Meiner Meinung nach tut die Bundesrepublik daher gut daran, deren Konjunkturprogramme genau abzugleichen mit der Notwendigkeit der Entschuldung und der Wahrung der finanziellen Handlungsfähigkeit.

Hier zum Abschluss auch noch ein kleines Diagramm zur Auswertung der Marktentwicklungen:



Prognose für 2008

Wie wird es nun weitergehen. Ehrlich gesagt keine Ahnung. Wenn ich einmal die Argumente auf eine Waage stellen, dann fällt mir zunächst folgendes ein. Das Auswuchten der Waage muss aber ohnehin jeder für sich selbst vornehmen. Ich selbst tendiere für Q1/2009 für eine klare Shortposition und erst mit eventl. echten positiven Nachrichten in der Bekämpfung der Kreditklemme und der Immobilienblase in den USA, kann es wieder aufwärts gehen. Problematisch bleibt weiter wielange ausländische Investoren den US$ noch oben halten. Sollte dieser kippen, wird alles kippen und wir haben dann Zeit das "Gute Nacht Lied" zu singen.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Bärenmarktrallye

Nachdem der DAX seit gestern praktisch nicht mehr handelbar ist und die Deutsche Börse bisher keine Konsequenzen daraus gezogen hat, vermeide ich Trades mit Ko-Scheinen auf den DAX.

Was ich bisher aus dem Crash gelernt habe, lässt sich auf folgendes Reduzieren:
  • Init-Stopps sind Pflicht. Dazugehörende Verluste sind sofort einzurechnen und der Einstieg sollte entsprechend vorsichtig erfolgen. Hier kann es helfen mit kleinen Testpositionen zu beginnen und bei Erfolg aufzustocken. Dies kann allerdings schnell auch ein Großteil der Performance kosten. Dies ist aber im Einzelfall besser als mit hohen Init-Stopps Verluste mitzunehmen.
  • Übernachtpositionen mit KO-Scheinen sind extrem heikel, da wie bei mir geschehen, Eröffnungen mit -6% ohne Handlungsmöglichkeiten auch im vorbörslichen Handel starten können. Hier ist es dann bereits zu spät.
  • Trailing-Stopps sind notwendig, um Gewinnpositionen abzusichern. Diese sollten die aktuelle Volatilität einbeziehen und dringend bei hohen Gewinnpositionen >25% nachgezogen werden.
  • Stoppkurse sind auf glatten technischen Marken unsinnig, da hier zu viele Stoppkurse liegen. Ein Abstand von -5% hierzu kann ein Ausstoppen am Umkehrpunkt vermeiden. Dies erhöht aber zugleich immer das Depotrisiko.

Die letzten 3 Wochen haben mich einige graue Haare gekostet, obwohl alles sehr einfach hätte sein können mit einer klaren Put-Strategie. Die Verwerfungen in diesem Ausmaß, ohne technische Gegenreaktion, konnte ich mir persönlich allerdings nicht vorstellen.

... und vorbei ist es noch lange nicht. Gerade hat Dänemark 12Mrd. Unterstützung von der EZB bekommen. Eine kurzfristig fällige Gegenbewegung rechtfertig zur Zeit aber eine Risikoposition. Übernachtpositionen sind für mich weiterhin tabu, nach einem 100% Ausfall KO, bis die Vola etwas aus dem Markt heraus ist ...

Samstag, 27. September 2008

Ausrichtung

Es wird aus meiner Sicht Zeit einen neuen Status zu finden. Die Shortstrategie hat sich als goldrichtig erwiesen, auch wenn ich diese im Depot nicht voll ausnutzen konnte. Der Respekt vor einem technischem Rebound und staatlichen Eingriffen war teilweise nicht unberechtigt, da meine üblichen KO-Scheine mit der aktuellen Volatilität schlicht ausgeknockt worden wären. Ich habe daher immer nur Intraday versucht Wellen zu reiten. Die Tagesschwankungen waren dabei auch innerhalb der großen Indizes so enorm, dass man mit kleinem Hebel bereits sehr viel Geld verdienen konnte. Es mussten einem selbst nur einige grundsätzliche Eigenschaften des aktuellen Marktes bewußt sein. Die Angst und die Gier gaben sich gegenseitig in immer kürzer werdenden Abständen die Hand. Die Bewegungen waren dabei teilweise mit +5->-5% so stark, dass man bei vernünftigen Money-Management beinahe zwangsläufig ausgestoppt worden ist. Dies selbst ist nicht schlimm, nur man musste den Mut haben immer wieder Testpositionen in den Markt zu legen und auch bereit sein, einige Testpositionen zu verlieren um dann bei einer Welle diese dann mit engen Trailing-Stopps zu reiten. Völlig unmöglich war für mich das Overnight-Trading, da die in der Nacht gemeldeten neuen Meldungen bereits vorbörslich bereits mit Eröffnung des vorbörslichen Handels so stark eingepreist waren, dass bereits empfindliche Verluste zu verzeichnen gewesen wären. Dies gilt insb. da ich zunehmend starke Hebel verwendet habe, um von den sehr kurzfristigen Schwankungen ausreichend profitieren zu können.

Wie auch immer dass aktuelle Musterdepot findet sich unter:
Musterdepot Shareholder R/2

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, da ich vermieden habe mich auf eine Position zu versteifen, sondern immer die Position im Markt abgewartet habe und erst dann diese Position verfolgt habe.

Aktuelles Börsengeschehen
Das aktuelle Geschehen ist einmalig in der bisherigen Geschichte der weltweiten Finanzwirtschaft. Es fällt zur Zeit ein Dominostein nach dem anderen, wobei die Abstände zwischen dem Kippen der Steine immer kleiner wird.

Hier eine sehr grobe einfache Zusammenfassung der letzten Ereignisse:


Die neueste Verzweifelungstat des US-Finanzministeriums (was allerdings vom Kongress bis Stand heute noch nicht abgesegnet worden ist) sieht eine Auffanggesellschaft von 700 Mrd. US$ vor und soll faule Kredite aus den Bilanzen der angeschlagenen US-Banken nehmen. Was bisher aber oft übersehen wird, ist dass selbst bei kompletter Nutzung des Volumens durch die Banken, am Ende nur 27 Mrd US$ zur eigentlichen Stärkung der Eigenkapitalquote übrig bleibt. Dies ist dem Leverage von 25 zu verschulden, d.h. dem Verhältnis von Schulden zum Eigenkapital. Fast alles ging somit zur Schuldentilgung drauf. Das aktuell betriebene Deleveraging der Banken wird hier zu einer weiteren Verschärfung der Situation beitragen, da der Wirtschaft zunehmend Kredite verwährt bleiben. Die Spirale lässt sich so weiter fortsetzen.

Mit den aktuellen Augustzahlen ergibt sich zudem ein weiter düsteres Bild von der US-Wirtschaft. So sind nun die privaten Haushalte bereits höher verschuldet als das Bruttoinlandsprodukt ausmacht, d.h. ca. 14 Billionen US$. Die Dominosteine Kreditkarten (Juni 2008 waren bereits 4,03% in Verzug; ein Jahr zuvor waren es noch 2,9%), Autokredite, Leasinggeschäfte und letztlich der private Konsum dürften erheblich wackeln. Der in den Foren und in den Finanzzeitungen teilweise zu lesende Optimismus, kann von mir vorerst nicht geteilt werden. Ich denke das Schlimmste werden wir erst noch vor uns haben, auch wenn es Zwischenerholungen wenigstens an der Börse jederzeit geben kann.



Der aktuelle Marktüberblick gibt hier nochmals ein ungefähres Bild, was in den letzten Monaten eigentlich am Markt ausradiert worden ist. Dow-Jones hat zum Höchstkurs vom Oktober 2007 bisher 27% abgegeben, der DAX sogar bereits 33% und der MDAX bereits 47%. Von zu erwartenden Erholungsbewegungen kann bisher dennoch nicht die Rede sein, da bisher ein Abwenden einer globalen Finanzkrise noch nicht sichergestellt worden ist. Realwirtschaftliche Verwerfungen insb. durch die bestehende Kreditklemme können bereits nicht mehr ausgeschlossen werden. Auch weitere Mittelabflüsse in Zertifikaten und Fonds oder auch ein Banken-Run können die Märkte weiterhin unter erheblichen Druck setzen. Für Optimismus ist es erst dann wieder Zeit, wenn Erholungstendenzen am amerikanischen Häusermarkt zu sehen sind.



Die nächsten Monate werden aus meiner Sicht sehr ungemütlich auch im realwirtschaftlichen Umfeld. Zur Zeit scheint diese Meinung aber keine "Konsensmeinung" zu sein, was auch gut ist, da sich hier eine Prophezeiung schnell von selbst erfüllen könnte.

Dennoch erwarte ich in den nächsten Tagen eine kurze knackige Bärenmarktrallye. Ich hoffe dabei zu sein. Als Boden für diesen Rallye sehe ich das deutlich pessimistische Sentiment am Markt, die sehr geringen Investitionquoten bei den Professionals und die "scheinbar" sehr günstigen Bewertungen von Einzelunternehmen. Das diese Bewertungen schnell Makulatur sein können, dürfte bekannt sein. Die bisherigen geschätzten Ergebnisrevisionen von -25% sind allerdings vom Markt auch bereits eingepreist. Was bisher nicht "verarbeitet" worden ist, sind weitere Dominosteine.

Wie auch bereits eingangs geschrieben, bringt eine offene Grundhaltung mit der Suche nach Chancen im Short als auch im Longumfeld, eine gute Basis, um trotz des schwierigen Marktumfeldes Geld verdienen zu können. Ich träume dabei noch von einer 10% Welle die ich kontinuierlich surfen kann. Die Gewinne der letzten Monate sind sehr mühsam gewesen und immer wieder unterbrochen von Downpeaks.

Montag, 8. September 2008

Game Over

Nominal haben laut CIA World Factbook im August 2008 die USA mit rund 9,6 Billionen Dollar die höchste nominale Staatsverschuldung weltweit. Der Staatliche Schuldenstand im Verhältnis zum nominalen BIP 2008 liegt dabeibei 65,6%.

Am Wochenende wurde nun die nächste Stufe der Sozialisierung von privater Misswirtschaft durch die Verstaatlichung von Fannie-Freddy gezündet. Beide Firmen besitzen oder garantieren etwa 42% der Eigenheim-Hypotheken. Nominal beläuft sich somit das Volumen auf vier Billionen Dollar an Hypotheken, denen 2,6 Billionen Dollar an Schulden gegenüberstehen! Die Risiko einer weiter dramatischen Verschuldung der USA wächst damit weiter an. Die möglichen Belastungen schätzt man zur Zeit mit 300Mrd US$ ein. Die Frage ist nur, warum geht man diesen drastischen Schritt und betreibt die höchste jemals geschehene nominale Verstaatlichung. Ganz einfach, weil der Hypothekenmarkt über Nacht zusammengebrochen wäre und weltweit ein Tsunami ausgelöst hätte. Man hatte praktisch keine Wahl mehr: Konkurs mit unabsehbaren Folgen oder Aufnahme weiterer Staatsschulden und dem Risiko einer Dollarabwertung.

Das Traurige dabei ist, dass auch hier Betrug und Fälschung an der Tagesordnung war. Leider wird auch dies zu einem weiteren Vertrauensverlust zur Bonität von amerikanischen "Papieren" jeder Art führen können. Leider leben die Amerikaner aber auf Pump und sind auf ausländisches Kapital angewiesen und damit auch auf Vertrauen in die Rückzahlungsfähigkeit.

Die Märkte erkennen das eigentliche Bild noch nicht und steigern sich in eine kleine Rallye, weil ein Sorgenkind scheinbar verschwunden ist. Nur der Staat und damit der US$ und die Staatsanleihen hängen nun direkt am Tropf der weiteren Entwicklung am Hypothekenmarkt.

Die Frage ist wie lange schauen ausländische Investoren sich den weiteren Wertverlust noch an oder erwartet irgendjemand, dass die Wertverluste bei den Immobilien nun vom Markt sind und die Konsumenten nun wieder unbesorgt einkaufen können bei weiter steigender Arbeitslosigkeit? Die Binsenweisheit: "Die Börse schaut nur nach vorn", ist hier leider nicht anzuwenden, da bisher wirklich keine! Daten auf eine Besserung hindeuten.

Wie schaut daher das Bild für mich in Stichpunkten aus:
  • Währungsturbulenzen
  • US Stagflation tritt offen zu Tage
  • Eskalierende Kredit-/ Bankenkrise
  • Sorgen zum Übergreifen der Bankenkrise auf die Realwirtschaften der USA, Asien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Griechenland, und Italien
  • Verwerfungen auf den Geld-/Finanzmärkten
  • Dramatische Verstärkung der Manipulation der US Finanzsysteme
  • Ausufernde Geldmengenerweiterung in den USA
  • US Autokonzerne komplett konkursgefährdet
  • US Eigenheimindustrie komplett konkursgefährdet
  • US Anleihenversicherer komplett konkursgefährdet
  • Diverse US Investment- und Hypothekenbanken konkursgefährdet
  • Diverse US Pensionsfonds konkursgefährdet
  • Diverse US Hedgefonds konkursgefährdet
  • Diverse US Airlines konkursgefährdet
  • Inflationsrate inzwischen in mehr als 50 Ländern oberhalb von 10 Prozent.
  • Sorgen über bevorstehenden Angriff des Iran durch USA oder Israel
  • Massiver Wertverfall der US Immobilien, der Spanischen Immobilien, der britischen Immobilien, der Irischen Immobilien, der Baltischen Immobilien und Isländischen Immobilien.
Klingt für mich weiterhin nach Short. Die letzten Tage konnte man damit gut Geld verdienen, auch wenn der eine Upmove-Tag etwas irritierend war.

Dienstag, 2. September 2008

Schade

Das positive Chartbild der deutschen Indizes wurde tatsächlich bestätigt. Leider konnte ich davon nicht provitieren, da ich schlicht den Einstieg nicht gefunden habe, nachdem ich erst um ca. 11:00 Uhr kurz online die Kurse geprüft habe. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kurse bereits auf und davon gewesen. Gut war es aber wiedereinmal die Grundhaltung vom Markt bestätigen zu lassen. Der Markt war wiedereinmal anderer Meinung als ich. Wirklich schade, nein eigentlich zum Kotzen ist es zudem heute gelaufen. Es hätte leicht verdientes Geld sein können, zumal die Kurse sich endlich einmal mit mehr als 0,3% in eine Richtung bewegt haben. Welche Richtung die Kurse laufen ist mir prinzipiell egal. Den Zug aber zu verpassen tut mehr weh, als jeder Verlust.

Samstag, 30. August 2008

Marktüberblick


Für diese Darstellung habe ich die Chart-Gallery hinsichtlich Performance und Texte optimiert. Die neue Version Shareholder R/2 x.14 werde ich die nächsten Tage hierfür freigeben.

In meinen Augen relativ unbemerkt hat der TexDAX mittlerweile 18% vom Tiefststand im Juli gutmachen können. Auch der DAX zeigt ein bullishes Muster bei Einzelbetrachtung. Leider zeigen aber die amerikanischen Indizes zur Vorsicht mahnende Chartbilder. Insb. der Nasdaq mit seinem vorlaufenen Charakter für Marktentwicklungen zeigt sogar ein Gap mit deutlich erhöhtem Volumen. Auch der Ölpreis könnte seine Tiefststände trotz Konjunkturabkühlungen bereits wieder gesehen haben. Ursache für den wiedereinmal plötzlichen Stimmungsumschwung zwischen Hoffnung und Angst waren die sehr schlechten Quartalsaussichten und deren Ausblick von Dell.

Insb. der NeMAX könnte ein Short-Kandidat werden, da hier besonders viel Speck dran ist. Dieses Bild ist aber nur eine "Grundhaltung" und werde ich abwartend am Mo bestätigen lassen vom Markt. Mal schaun ...

Hier ergänzend eine 200Tage Betrachtung, die die bisherigen Höchstkurse direkt einschließt:

Donnerstag, 28. August 2008

US BIP steigt um 3.3% ?

Die Rahmenbedingungen können gar nicht schlechter sein in den USA.

  • -0.6%: Arbeitsmarktstatistik für die nichtagrarische Beschäftigung im zweiten Quartal (trotz hehrer Annahmen bezüglich des Stellenaufbaus durch Firmenneugründungen)
  • -11%: Baubeginne zum Quartal / -36% kummuliert auf Jahressicht
  • -25%: Autoabsatz zum Vorquartal
  • US-Ölverbrauch ist im ersten Halbjahr so stark gesunken wie seit 26 Jahren nicht mehr
  • OECD sieht ein gesamtstaatliches Defizit von 5,5 Prozent des BIP
  • Über die vergangenen zehn Jahre ein Leistungsbilanzdefizit von kumuliert 5 177 Mrd. $!!!
  • Im zweiten Quartal haben sich die nominalen Nettoexporte der USA auf einen annualisierten Wert von minus 710 Mrd $ belaufen, dem höchsten Defizit seit vier Quartalen

    Quelle: FTD

Dennoch die Amerikaner schaffen es ein positives BIP-Wachstum von 3.3% auszurechnen ;). Hierfür von mir nur Applaus für soviel kreative Statistik.

Entschuldigung aber wie soll das funktionieren?

Am Ende sollte es mir egal sein, da ich die kleine Rallye im DAX heute mitnehmen konnte. Ich bleibe aber bei einem 1-Tages-Trading, da das Kartenhaus mir doch etwas wackelig erscheint. Der DAX wollte dennoch heute auch vor der Meldung nicht unter seinen bisherigen Widerständen. Es war aber zugegebenermaßen wenig zu holen, sowohl auf short/long-Seite; jedenfalls bis zu dieser Meldung. Es unterstreicht für mich die Aussage, dass News ansich wertlos sind. Nur die Reaktion des Marktes ist interessant. Es ist damit eigentlich eine Argumentation eines Charttechnikers. Mit Linienzeichnen beschäftige ich mich allerdings auch nur noch wenig, da Unterstützungszonen scheinbar nur noch dafür da sind, um kurz gebrochen zu werden, damit die Stopp-Loss-Marken erreicht werden, um dann im Finale in die andere Richtung zu laufen.

In Ergänzung zu der gestrigen Analyse hier die Tradingmatrix aus Shareholder R/2:




Hierbei meint R eine Spanne von 200€. Zu Erkennen ist, dass Verlusttrades in großer Zahl bei mir dazugehören. Die Big-Money-Trades aber durch positive Trades bestimmt werden können. Die Gewinnwahrscheinlichkeit liegt bei nur 43%. Da ich Gewinne >10.000€ sofort abziehe auf ein Tagesgeldkonto, bleiben die Tradingpositionen bzw. die Risikoeinheit R relativ stabil.

Ich hoffe ich kann nun bald auch Positionen einmal über mehrere Tage halten. Bis jetzt bin ich hierzu persönlich nicht bereit, da ich diese Statistiken ziemlich bald in sich zusammenstürzen sehe.

Mittwoch, 27. August 2008

Markt versucht einen Boden zu finden, nur findet er einen?

Mein Trading ist zur Zeit endlich positiv, d.h. ich konnte sowohl den letzten Monat als auch diesen Monat im Plus arbeiten. Es bestätigt mich, meinen geänderten Tradingstil weiterzuführen. Entgegen meinem vorherigem Stil, verzichte ich auf enge Trailing-Stopps und stelle sogar zunächst keine Initial-Risk-Stops, sondern beobachte den Markt zunächst aktiv bis ich mein Trade "dem Markt überlassen kann". Dies erlaubt mir eine subjektive Einschätzung des Marktes zu diesem Zeitpunkt über eine Startphase hinweg. Die Berechnung des Initial-Risk-Stoppes funktionierte bei mir bisher weitgehend nicht. Trailing-Stopps werden ebenfalls weitgehend nicht eingesetzt. Viele Mißtrades der vorherigen Monate waren gerade deshalb so ärgerlich, da ich gute Trades regelmäßig zu früh abgebrochen habe. Der Exit-Zeitpunkt wird allein subjektiv am Chartbild "gefühlt".

Tradingreport von Shareholder R/2:



Sehr schwer für mich zu lernen, ist den Einstieg nicht allein und spontan von einem 5 Minuten Candle-Chartbild abhängig zu machen, sondern zunächst eine Grundhaltung im Markt für den Tag zu finden und erst dann einen sauberen Einstieg am Chartbild zu finden. Nach dem Einstieg sollten man dem "Bild" weitgehend fern bleiben aus meiner Sicht, da einem sonst nur die Zeit geraubt wird und jede kleine Bewegung sofort nervös machen kann.

Ich lasse daher einfach den Trade laufen und gehe damit eine Tageswette ein. Zu diesem Zeitpunkt muss aber ein Initial-Risk-Stopp gesetzt sein. Die Mißtrades der letzten Wochen wurden alle verursacht durch nervöses Hin-und Hertraden. Ebenfalls positiv scheint für mich zu sein, bei Trades die gegen meine Tagesgrundhaltung abgebrochen werden müssen, zunächst 60 Minuten still zu halten und sich in dieser Zeit mit anderen schönen Dingen im Leben zu beschäftigen.

Ich werde mein Trading weiter verbessern. Die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass das Sentiment im Markt zu spüren, unter Beobachtung der wichtigen Assets in der aktuellen Marktphase, das wichtige Kernelement ist, um den Tagestrend in der Mehrzahl korrekt vorherzusagen. Diese "Wette" dann zu "reiten" ist der Weg der für mich zu funktionieren scheint. Dieses Tageswette führt aber nur zu einer Grundhaltung, was durch das Tageschartbild bestätigt werden muss, d.h. ich suche während des Tages den Einstieg.

Verschweigen möchte ich natürlich auch nicht, dass das gebührenfreie Trading von speziellen Optionsscheinen und Zertifikaten über Flatex hier eine enorme Kostenersparnis im Trading darstellt. WaveXXL Knockout-Zertifikate insb. der deutschen Bank können zudem nachbörslich gehandelt werden und sind nur mit einem geringen Spread belastet. Positionen lassen sich so schnell eingehen und wechseln.

News scheinen für sich alleingenommen wertlos, da Sie praktisch jeden Tag völlig neu interpretiert werden können. Die Nachrichten sind zur Zeit weigehend negativ (Dow ohne KGV ;), Bankenwarteliste für die nächsten Pleiten usw.), dennoch vermögen die Märkte zu steigen bzw. einen Art Boden zu suchen, weil bereits eine angepasste Wahrnehmung am Markt vorherrscht. Er wartet auf Signale die auf eine Erholung hindeuten und nehmen hierzu jeden Hinweis entsprechend aufgeregt an (Auftragseingängen für langlebige Güter mit +Zeichen). Die Nachricht allein ist die Tageserholung meiner Meinung nach nicht wert gewesen. Nur darum geht es nicht, sondern was der Markt will.

Die Eingangsfrage "Wann findet der Markt den Boden?" kann ich damit nicht ernsthaft beantworten, da ich nur Tageswetten eingehen möchte und diese bestätigt bekommen muss. Den Hokus-Pokus mit Trefferquoten <30% überlasse ich damit den Analysten!

Montag, 25. August 2008

Daneben

Komplett daneben. Mit meiner Marktwette lag ich heute daneben. Folgende Meldung scheint den Ausschlag gegeben zu haben:

Der von der Federal Reserve Bank of Chicago für Juli veröffentlichte Index der nationalen Aktivitäten ist im Vergleich zum Vormonat von minus 0,59 Zähler auf minus 0,67 Zähler gesunken. Damit befindet sich der Index den achten Monat in Folge im Bereich von minus 0,7 Punkten, der eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Rezession signalisiert. Der Index gibt die Entwicklung von 85 monatlich erscheinenden nationalen Wirtschaftsindikatoren wieder. Ein Indexwert von 0 bedeutet, dass die Wirtschaft mit der höchsten Rate wächst, die ohne Inflation möglich ist, was auch als Trendwachstum bezeichnet wird. Der Drei-Monats-Durchschnitt, der monatliche Schwankungen ausgleicht, beträgt minus 0,80 Punkte. Laut den Volkswirten von Dresdner Kleinwort deutet der aktuelle Indexstand auf eine Rezession in den USA hin.

Leider lag ich bereits im Plus um dann ab 13:00 Uhr zügig meine Gewinne abzugeben. Genauso schnell wie die Ölgewinne werden nun scheinbar heute die Indexgewinne vernichtet. Die schnellen Trendwechsel am Markt erschweren das Trading enorm, da praktisch keine Position mehrere Tage gehalten werden kann. Die Tagesschwankungen sind zudem enorm.

Samstag, 23. August 2008

US-Behörden schließen weitere Bank
Samstag, 23. August 2008, 11:08 Uhr

Washington (Reuters) - In den USA ist im Zuge der Kreditmarkt- und Hypothekenkrise die neunte Bank seit Jahresbeginn zusammengebrochen.

Die Aufsichtsbehörden schlossen am Freitag die Columbian Bank and Trust Company mit Sitz in Topeka im Bundesstaat Kansas. Der staatliche Einlagensicherungsfonds der US-Banken (FDIC) teilte mit, das Institut verfüge über Aktiva von 752 Millionen Dollar und Einlagen von 622 Millionen Dollar. Die Citizens Bank and Trust werde die neun Filialen sowie die versicherten Einlagen des Instituts übernehmen.

Zuletzt war Anfang des Monats die First Priority Bank aus Florida zusammengebrochen, nachdem sie wegen Zahlungsproblemen vieler Hausbauer in Kapitalnöte geriet. Die bislang folgenschwerste Pleite seit Jahresbeginn war die Insolvenz des größten unabhängigen börsennotierten US-Baufinanzierers IndyMac, der nach einem Kapitalengpass vom Staat übernommen wurde.

Kreise: Keine Verstaatlichung von Fannie und Freddie geplant
Samstag, 23. August 2008, 11:09 Uhr

Washington (Reuters) - Das US-Finanzministerium plant nach Angaben aus Kreisen im Falle einer Rettungsaktion der angeschlagenen Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac keine Verstaatlichung der Konzerne.

Bei einem Einschreiten bestehe die Absicht, beide Unternehmen als private Aktiengesellschaften zu erhalten, hieß es am Freitag aus dem Ministerum nahestehenden Kreisen. Die Papiere der Hypothekenfinanzierer hatten diese Woche schwere Verluste einstecken müssen, nachdem Medien berichtet hatten, die US-Regierung plane eine Verstaatlichung, bei der die jetzigen Aktionäre schlecht wegkommen dürften.

Damit dürften die Börsen am MO zügig weiter nach oben laufen im Rahmen einer technischen Erholung, zumal insb. die NasdaqComp ein Gap aufweist, was zwar meistens geschlossen wird, aber erstmal auf Dynamik hinweist.

Freitag, 22. August 2008

Chartüberblick zum Wochenende

Die Charts sprechen für weiter steigende Kurse in der kommenden Woche. Ich bin nicht positioniert, da ich das Wochenende ruhig schlafen möchte. Die Verluste des gestrigen Tages konnten heute mit einem DAX-Call ausgeglichen werden.

Die oft beschriebene Abhängigkeit zwischen dem US-Öl, US-Dollar, Dow und DAX kann ich zur Zeit nicht sehen. Das Öl zeigt Korrelationen zum US$, der DAX selbstredend zum Dow. d.h. ursächlich für Kursbewegungen sind Nachrichten und Bewegungen im Dow und im US$. Alles andere ist sekundär.

Dow und US$ werden grob getrieben von Nachrichten im Bankenumfeld und von Konjunkturdaten, die den Umfang der Rezession beschreiben oder das Ende vorhersagen könnten. Beide Nachrichtenkategorien zeigen bisher aber immernoch eine "Verschlechterung" der Situation. An mehr als eine charttechnische Erholung kann ich daher nicht glauben. Dennoch muss man sich vor Augen halten, dass ohne neue Nachrichten das Sentiment überverkauft ist und die Masse unterinvestiert sein sollte.



Der sofortige Abverkauf des gestrigen beeindruckenden Anstieges zeigt, dass die Rohstoffrallye doch zu Ende sein könnte. Oder steckt hier mehr dahinter? Interessant ist hier, dass dieser imposante Abverkauf auch mit den heutigen Kursgewinnen in den US-Indizes (->DAX) passieren könnte.


Neue Situation

Gestern hat es durch unnötiges und dummes Trading meinen ganzen Monatsgewinn zerlegt. Letztlich ist die Fehleranalyse relativ einfach:
  • Trades ohne Absicherung obwohl bereits deutlich im Plus
  • Versuch von Trading in orientierungslosen Intraday-Phasen können nur zum Verlust führen
  • Trades wurden nervös auf Basis von Intraday-5-Minuten-Candles vorgenommen

Dennoch bin ich für heute positiv gestimmt, da trotz Verstaatlichungsgerüchten für Fannie Mae und Freddie Mac, die hartnäckig am Markt bleiben, den anhaltenen Spannungen zwischen Russland und USA und einem 5% Ölpreisanstieg die Märkte mit +-0 abschließen konnten. Das Sentiment scheint zu drehen und schlechte Nachrichten nicht mehr verarbeiten zu wollen. Viele sind in Aktien unterinvestiert oder haben gar massive Positionen an Leerverkäufen aufgebaut. Das könnte kurzfristig für Kaufzwang sorgen.

Donnerstag, 21. August 2008

Nachrichten

USA: Geldmenge M3 bricht ein
Die Geldmenge in den USA fiel laut Berechnungen von Lombard Street Research, dass die Geldmenge M3 im Juli um 50 Milliarden Dollar gefallen ist, das ist der größte einmonatige Rückgang seit dem Jahr 1956.

„Die Daten zeigen, dass die Geldmenge nahezu zusammengebrochen ist”, so Gabriel Stein, der Devisenanalyst von Lombard Street Research.

Von Mai bis Juli fiel die Wachstumsrate der Geldmenge von annualisiert 19 auf 2,1 Prozent. Das ist niedriger als die Inflationsrate, was bedeutet, dass die Geldmenge inflationsbereinigt sogar fällt.

Schwache US-Erzeugerpreise ließen bereits eine schwache Eröffnung der US-Börsen vermuten. Laut dem US-Arbeitsministerium ist in den USA der Erzeugerpreis-Index im Juli gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent gestiegen, doppelt so hoch wie von den Volkswirten prognostiziert. Die deutlich höher als erwartete Rate geht auf das Konto der gestiegenen Preise für Energie und Lebensmittel zurück. Die Preise für Energie stiegen um 3,1 Prozent, Lebensmittel verteuerten sich um 0,3 Prozent. Abzüglich der volatilen Preise für Nahrung und Energie stellte sich in der Kernrate ein Zuwachs von 0,7 Prozent ein, was ebenfalls deutlich über den Erwartungen der Volkswirte von einem Anstieg von 0,2 Prozent liegt.

Auf eine anhaltend sehr schwache Verfassung des Immobilienmarktes in den USA weisen die gleichzeitig bekannt gegebenen Daten zu den Baubeginnen-und Genehmigungen hin. Die Baubeginne sind im Juli um 11 Prozent auf 965.000 Einheiten gesunken, was dem niedrigsten Niveau seit 26 Jahren entspricht und unter den Erwartungen der Volkswirte von einem Rückgang von 960000 Einheiten liegt. Die Baugenehmigungen brachen um 17,7 Prozent auf saisonbereinigt angepasst 937.000 Stück ein, die Prognosen gingen von einer Abnahme auf 970.000 Stück aus.

...

In das düstere Bild passen die Aussagen des früheren Chefökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kenneth Rogoff. Er sieht die Gefahr, dass in den kommenden Monaten im Zuge der weltweiten Finanzkrise eine große US-Bank straucheln wird. Wie der Experte im Rahmen einer Finanzkonferenz in Singapur weiter ausführte, sind die USA noch nicht über dem Berg und das Schlimmste steht vermutlich noch bevor. Die Pleitewelle im US-Finanzsektor werde sich nicht auf kleine oder mittlere Banken beschränken. Es ist mit dem Zusammenbruch eines großen Geldhauses zu rechnen. Dabei könnte eine der Investmentbanken oder Großbanken betroffen sein.

Quelle: FTor-News

Ich bleibe bärisch und bleibe weiterhin short positioniert. Allein die extreme Verringerung der Geldmenge M3 deutet auf ungehöre Probleme im Finanzsystem hin. Die zusätzlichen Liquiditätsspritze der FED in den letzten Tagen zusammen mit einer Vergrößerung der Spannweiten in den Zinssätzen, die Banken untereinander verlangen zeigt ein enormes Rückschlagpotential. Bisher gehen vielzuviele von einer einfachen Korrektur im Markt aus. Die Probleme sind nicht annähernd eingepreist.

Spätestens mit dem Zusammenbruch einer großen Bank wird die Panik kommen, aber eventl. die Probleme auch erst beginnen. Ich hoffe es allerdings nicht.

Dienstag, 12. August 2008

Wo ist die Panik

Quelle: FAZ


Ich möchte den Artikel als ganzes nicht wiedergeben, da ich hier nicht "nachschreiben" möchte. Interessant finde ich aber die klare Definition von Panik, die in diesem Artikel skiziert wird. Hierzu gehören 3 Elemente:

  • Schwankungsbreite bzw. Volatität an der Börse nimmt deutlich zu
  • Wachsende Risikoprämien an den Anleihenmärkten z.B. zwischen Staatsanleihen und dem LIBOR Satz (Zinssatz zwischen den Banken) oder auch zwischen US-Staatsanleihen und Unternehmensanleihen geringer Bonität
  • Put-Call-Ratio

Nachrichtenlage

Ein Drittel von US-Hausbesitzern hält negatives Eigenkapital
12.08.2008 - 09:55
Seattle (BoerseGo.de) - Gemäß der Immobilien-Internetplattform Zillow.com sehen sich fast ein Drittel aller Hauseigentümer in den USA, die in den vergangenen fünf Jahren ein Haus erworben haben mit Hypothekenschulden konfrontiert, die über dem Wert ihrer Immobilien liegen. Im zweiten Quartal sind die Hauspreise auf Jahressicht um 9,9 Prozent gesunken. Daraus sei zu schließen, dass bei 29 Prozent der Hauseigentüumer das Eigenkapital einen negativen Stand aufweist. Jene die ihre Häuser am Höhepunkt des Hausmarktes im Jahr 2006 erworben haben, sehen sich nun beim Vergleich ihrer Immobilienwerte zu ihren Hypotheken mit 45 Prozent im Minus. Das negative Eigenkapital und der Rückgang der Hauspreise erschwere für die Hauseigentümer die Möglichkeit des gewinnträchtigen Hausverkaufs. Daher seien im Vorjahr fast ein Drittel sämtlicher verkaufter Häuser mit einem Verlust abgestoßen worden. Dieser Umstand trug zum Ausufern der Zwangsvollstreckungsrate bei ...

Quelle: http://www.boerse-go.de/partner/ftor/shownews.php?ida=948751&idc=2

IEA erhöht Einschätzung zu Ölnachfrage u. warnt vor Preisrisiken
12.08.2008 - 10:48
Paris (BoerseGo.de) - Die Internationale Energieagentur IEA hat ihre Prognose zur weltweiten Ölnachfrage in 2009 leicht angehoben und rechnet nun gegenüber 2008 mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 87,8 Millionen Barrel pro Tag. Zuvor ging die IEA von einer Steigerung von 1 Prozent aus. Die Erhöhung umfasse eine Nachfrage von 70.000 Barrel pro Tag.
Die Sichtweise für das laufende Jahr bleibt unverändert. Demnach stellt die IEA für 2008 weiterhin einen Nachfrageanstieg von 0,9 Prozent auf 86,9 Millionen Barrel pro Tag in Aussicht.
Aus dem Bericht geht weiters hervor, dass voraussichtlich weder die jüngste Schließung der Baku-Tblisi-Ceyhan-Pipeline noch der militärische Konflikt im Kaukasus zwischen Georgien und Russland wesentliche Einflüsse auf die Ölpreise nach sieht zieht. Gleichzeitig warnt die IEA vor einer allgemeinen Unterschätzung der gesunkenen Ölpreise. Es sei zu früh, um im Markt von einer grundlegenden Änderung auszugehen, zumal noch Anzeichen für Sorge sichtbar sind.

UBS mit Verlust u. Milliardenabschreibung, Kunden ziehen Gelder ab
12.08.2008 - 10:24
Zürich (BoerseGo.de) - Die Schweizer Großbank UBS hat im zweiten Quartal einen Verlust von 358 Millionen Schweizer Franken bzw. 221 Millionen Euro eingefahren. Das Ergebnis beinhaltet im Zusammenhang mit hypothekenbezogenen US-Krediten Abschreibungen von 5,1 Milliarden Dollar bzw. 3,4 Milliarden Euro.
Gemäß Finanzchef Marco Suter sah sich die Bank im abgelaufenen Quartal mit einem enttäuschenden und überraschend hohen Geldabfluss von 43,8 Milliarden Schweizer Franken bzw. 40,2 Milliarden Dollar konfrontiert. Der in Gang gesetzte Restrukturierungsplan werde nicht sofort greifen und es ist davon auszugehen, dass im Bereich von Kunden-Geldströmen kurzfristig weiter Druck besteht.

Konjunktur: Defizit des US-Staatshaushalts höher als erwartet

12.08.2008 - 20:26
Washington (BoerseGo.de) - Das US-Finanzministerium weist für den Monat Juli ein Defizit des US-Staatshaushalts in Höhe von 102,8 Milliarden Dollar aus, Volkswirte prognostizierten ein Minus von 86,8 Milliarden Dollar. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum betrug das Defizit des US-Staatshaushalts 36,4 Milliarden Dollar. Volkswirte machen für das Defizit die Rettungsmaßnahmen der Regierung für die in Schieflage geratenen Banken und die Steuerrückzahlungen verantwortlich.

Ich bin gespannt wie lange die Börse hier tatsächlich noch den Optimismus spielt. Das einzige Argument dafür ist, dass der Investitionsgrad bei Institutionellen historisch gering ist. Auch die deutlich gefallenden Rohstoffpreise sprechen für eine Verringerung der Inflation und dem Nachlassen des Margendrucks für die zukünftigen Unternehmensquartale.

Montag, 11. August 2008

Zwischenhoch erreicht

Washington (BoerseGo.de) – Einem Bericht der US-Notenbank Fed zufolge hat die Kreditkrise der US-Konjunktur in den letzten drei Monaten deutlich zugesetzt. Laut der 52 befragten Großbanken haben sich die Kreditbedingungen weiter verschärft und die Banken werden immer strenger, was Darlehenshöhe und Kreditvergabe angeht. Gemäß der Fed haben 60 Prozent der Banken ihre Anforderungen für gewerbliche Kredite erhöht, 65 Prozent der Finanzinstitute ihre Maßstäbe für Konsumentenkredite hochgefahren und fast alle Banken haben ihre Vergabekriterien für Hypothekenkredite weiter verschärft. Die US-Notenbank Fed geht davon aus, dass die in der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres die Vergaberichtlinien für Kredite noch strenger werden.

Der Weg ist damit vorgezeichnet. Die aktuellen Erholungstendenzen werden allein vom Ölpreisrückgang und der deutlichen Abschwächung des Eurokurses zum US$ in der letzten Woche getragen neben einer grundsätzlichen starken technischen Erholung.

Ich bin gespannt wie es weitergeht ...

Mittwoch, 28. Mai 2008

US-Immobilienpreise kollabieren: -14%

Die Marktentwicklung ist vorgezeichnet und es ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die doch sehr kreativen Statistiken der Amerikaner in sich zusammenbrechen. Merkwürdigerweise nimmt die Börse die Zahlen bisher noch ohne kritischer Hinterfragung auf.

Dennoch kurze Zusammenfassung:
  • Im Vergleich zum Vorjahresquartal fielen die US-Immobilienpreise um -14,1% (bisher höchster gemessener Wert- selbst in der Rezession 90/91 fiel dieser nur um -2.8%
  • Die US-Neubaupreise sanken gegenüber dem Vorjahr um -42% (übrigens wurden die Statistiken wieder erst im Nachhinein angepasst)
  • Die Zwangsversteigerungen stiegen weiter an auf ein Niveau von nun +64.8% zum Vorjahr
  • Verbrauchervertrauen für den Monat Mai fiel weiter ab auf nur noch 57,2 Punkte auf den tiefsten Stand seit Oktober 1992
Und was macht die Börse: Sie steigt (noch), weil Sie sich blenden lässt von Zahlen, die erst im Nachhinein korrigiert werden bzw. von monatlichen Vergleichen ohne die Jahresvergleiche zu sehen, um die ganze Dramatik zu erkennen.

Lesenswert zur US-Konjunktur und Finanzmarktkrise ist folgender Artikel: PDF von der Vermögensverwaltung Mack & Weise. Eine Wiederholung spare ich mir hier, da der Artikel sehr ausführlich und anschaulich die aktuelle Entwicklung der US-Konjunkturzahlen kommentiert und bewertet.

Sonntag, 25. Mai 2008

Verarschen uns die Amerikaner

Die Börse ist in den letzten Wochen unter Beibehaltung "Mir doch egal" Stimmung nach oben gelaufen. Meine Fragezeichen im Gesicht werden aber immer größer. So ist das Verbrauchervertrauen auf einen Tiefswert gefallen, wie seit 1980 und damit seit 28 Jahren nicht mehr! Wenn 72% des US-BIPs vom US-Konsum abhängig ist, dann stimmen die Statistiken zum Verbrauchervertrauen nicht, oder das BIP der Amerikaner ist massiv geschönt.



Fallende Häuserpreise, stark steigende Lebenshaltungskosten und die starken Preisanstiege für Öl/Benzin scheinen hier die Amerikaner zu demoralisieren.

Die offiziellen - Scheinstatistiken zeigen merwürdigerweise ein anderes Bild, als dass des Verbrauchervertrauen:



Die reale BIP (um Inflation bereinigt) zeigt hier im 1Q/2008 ein Wachstum von 0.6% zum Vorquartal. Woher kommt das Wachstum, wenn nicht von den Verbrauchern. Sucht man im Web nach Berechnungsgrundlagen und Hintergründe, kann man folgendes finden:

  • Der reale BIP wird um die Inflation bereinigt, dem BIP-Deflator. Dieser beträgt aber merkwürdigerweise nicht 4%, sondern nur 2.6%. Warum hier die Zahlen geschönt werden und es keiner merken will, ist mir persönlich unklar. Würde man nach den offiziellen Berechungsmethoden von vor 1998 bzw. von vor 1983! die Inflation berechnen, würde man sogar auf 7% oder gar 12% Inflation!!! kommen. Quelle CPI-Zahlen: Showdow Government Statistics
  • Ein erheblicher Anteil des "Wachstums" ist durch Rüstungsausgaben mit plus 5,8% (Vorjahresvergleich) entstanden.
  • Das BIP wird verzerrt durch durch hedonische Berechnungsmethoden. Diese können das ausgewiesene Wachstum um bis zu 30% schönen! Mit Hilfe der Hedonik werden Leistungs- und Produktivitätsfortschritte mit eingerechnet und erhöhen somit künstlich das BIP. Die hedonisch erzielten Dollar sind nicht realwirtschaftlich und der Verdacht auf Unsinn liegte nahe.
Binden uns die Amerikaner vielleicht nach den Subprimes ein statistisches Wirtschaftswunder auf?

Neben dem Verbrauchervertrauen, macht mich eine zweite Sache stutzig.



Wie man hier leicht erkennen kann, ist die USA der größte Ölverbraucher(-verschwender) der Welt. Der Ölpreis hat jedoch in den vergangenen Monaten einen dramatischen Preisanstieg hinter sich. Die Importpreise für den Rohstoff müssen von den Amerikanern teuer erkauft werden. Der größte Ölverschwender der Welt verbraucht täglich 20,6 Millionen Barrel Öl. Von diesem monströsen Verbrauch müssen täglich 13,7 m/bd importiert werden. Bei den heutigen Ölpreisen beträgt nur die Importrechnung knapp 1,6 Mrd. Dollar täglich. Bei einem Preisanstieg von 40% seit Februar 2008 sollte sich somit in einem Quartal die Mehrkosten von 144Mrd-US$ um 60Mrd-US$ verteuern, immerhin 2% vom Q-BIP.

Die Statistiken zeigen somit meiner Meinung nach ein Wunschkind, um die jährlichen 750 Mrd. frisches Auslangskapital anzulocken und die negative Leistungsbilanz auszugleichen. Die geschönten Inflationszahlen ermöglichen ebenfalls niedrige Leitzinsen und verträgliche Lohnabschlüsse. Nur daran glauben sollten wir ebensowenig wie an die Hypotheken-Zinspapieren ohne Risiko. Es hat uns jetzt bereits Mrd gekostet daran zu glauben, die sozialisiert werden über Steuergelder (LB,IKB) oder indirekt über frisches Geld der Notenbanken.

Nominal bewegen wir uns beim US-BIPs bei 10 Billionen-US$. Auch wenn wir nur 7.2% in die USA exportieren, haben die Amerikaner ein 20% Anteil am Welt-BIP. Wir glauben hier nicht im ernst bei Hervorbrechen der ganzen Wahrheit, uns hiervon abkoppeln zu können!

Ich bin skeptisch und gehe von einer Bären-Markt-Rallye aus.